Alles nur wegen Sex.

Wozu der ganze Kram, all die Dinge, der olle Konsum? Aus vernünftigen Beweggründen? Weit gefehlt.

Was mein „Habseligkeit“ mühsam sorgfältig auf ca. 150 Seiten fein herausziseliert, das bloggt der Wolf einfach mal da so hin.




Dinge
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Die Erkenntnis selbst kriegt nicht mal nen eigenen Beitrag oder ne dezidierte Headline – nö, mittendrin liegt die Erkenntnis einfach so rum: Alles wegen Sex. Kaufen, sammeln, auswählen, umhängen, anziehen, drapieren, ausstellen, zeigen, erzählen, ansparen, bestellen. Nur deswegen.

Aber eine weiterführende Pointe hab ich noch im Ärmel. Oder vielmehr in der Habseligkeit. 🙂

9 Gedanken zu “Alles nur wegen Sex.

  1. Den letzten Satz hoff ich doch; das find ich nämlich gar nicht so unspannend. Die 150 Seiten liegen nicht zufällig als .pdf vor oder sowas…?

    Die österreichiche Sicht der, haha, Dinge darf man dann bei Frau Magistra ja ohnehin voraussetzen?

  2. Ja, liegt vor. Kann ich dir zukommen lassen. Aber eigentlich sollte es ja noch ein Buch werden … 😉 Also es ist schon ein Buch, da auch meine Schwester ihren Abschluss – ihrerseits in Kommunikationsdesign – damit gemacht hat. 🙂

    Ja, die karmasinsche Sicht lag und liegt vor. Danke! 🙂

  3. Je nun, man will ja die Medien nicht schon rippen, bevor sie überhaupt erschienen sind… Wenn das mit dem Vorabcopyright klar geht, sind 150-seitige Word- &/oder .pdf-Dokumente willkommen unter wolf((ätt))gute-worte.de, gelle 😉

    Wenn ich mich dafür mit was revanchieren kann… Mein eigener Magister war doch so langweilig – und außerdem nicht mal mehr bei mir selber…

  4. Ja, das Oeuvre sollte nicht schon in der kompletten Zielgruppe leaken, die könnte ja klein sein. 😉

    Vorabcopyright?! Wenn du das veröffentlichst, hau ich dich kaputt. 😉 Ein Revancheangebot hab ich dir in der Mail gemacht. Aber vor allem muss ich jetzt natürlich wissen, worüber du magistriertest! Nicht mal mehr bei dir selber?!

  5. > Wenn du das veröffentlichst, hau ich dich kaputt

    Ja das hättense sich vorher überlegen sollen Frollein… Haltstopp, wo werd ich denn, wollt ich sagen 😉

    Meine Magisterarbeit war ein dialektologisches Feldforschungsprojekt beim Sprachatlas vom Mittelfranken: eine Art linguistische S-Bahnfahrt vom Nürnberger Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Lauf links der Pegnitz, um zu dokumentieren, wie die Nürnberger Stadtmundart, bekanntlich ein vor sich hin verbayernder Mix aus Oberostfränkisch und Nordbairisch, immer oberpfälzischer (also nordbairischer) wird. Die Tonbänder davon sollten beim Sprachatlas rumfahren, aber meine Transkripte waren in Teuthonista – was auch heißt, dass man in die Maschinenschrift seine Haken und Ösen (Diakritika heißen die, Gräbel!) handschriftlich einfügen muss. Und wer das übliche Zeitmanagement für Magisterarbeiten kennt, wird verstehen, dass ich das nicht zweimal machen wollte…

    .pdf ist hier und lässt sich sogar öffnen. Ich guck mal, was davon übrig bleibt, wenn ich meine Intuition drauf loslass 😉

  6. Ach je, ach je – eine linguistische und dazu noch empirische Arbeit!!! Ja, bist du denn des Wahnsinns fette Beute? 🙂

    Das klingt alles sehr spannend, aber für mich ziemlich nach beeeehmischen Dörfchen. Für mich ist ja alles ab Frankfurt südwärts irgendwie auch Bayern und ich werde nie verstehen, warum sich Unterfranken, Oberbadenser und Mittelpfälzer zu Tode beleidigt sind, wenn man sie untereinander beleidigt. (Wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, wie das im Alltag überhaupt passiert, man spricht doch niemanden mit seiner Volksstammzugehörigkeit auf der Straße an?!) Ich schätze mal, ich bin Westfalin, aber ich hab mir jetzt grad zum ersten Mal einen Gedanken dazu gemacht. 😉 Also ich Dinge und Identität und du Stadtmundart und Identität?

    So nischenmäßig deine Arbeit auch sei, das WARUM interessiert mich brennend! (Also nicht, warum du das Thema erwählt hast, sondern warum sich die Nürnberger sprachlich mutieren.)

    Und auf deinen viel zu umfangreichen Kommentar zu meiner Arbeit antworte ich dir dann per Post in astreinem Hochdeutsch, so es das denn gebe. Bedankt seiest du aber schon hier! 🙂

  7. Die Gleichzeitigkeit aus Linguistisch und Empirisch war schon so beabsichtigt – ich hab sogar von Literatur- auf Sprachwissenschaft umgesattelt, weil ich Bücher auch alleine lesen kann und lieber was Handfestes wollte, da war der Sprachatlas, der sich mit meiner genuinen Muttersprache beschäftigt, grade recht. Man liebt doch, was man kennt 😉

    Solche Mundarten sind zutiefst identitätsstiftend; die Planquadrate fürs „große“ Projekt haben keine 6 Kilometer Seitenlänge, die fürs kleine Nürnbergprojekt umfassen grade mal zweieinhalb Stadtteile.

    Warum Ortsmundarten mutieren… Hm… Man kann das nur beobachten, das gehorcht ja keiner Physik, die unter gleichen Bedingungen immer die gleichen Ergebnisse zeitigt. Die Ortsmundarten vernürnbergern, Nürnberg verbayert, Bayern verhochdeutscht und Deutsch verenglischt, so ist das mit der Globalität. Und dann kommen die jungen Hupfer und wissen nicht mal mehr, ob sie Westfalinnen sind 😉

  8. Ah, du bist Germanist? Also Kommunikationswissenschaftlerin musste ich mich nur im Nebenfach Anglistik zwischen Literatur und Linguistik entscheiden und bin da auch rübergeschwenkt zur Linguistik. Ich kann auch allein Bücher lesen und ich mag es nicht sehr, Bücher lesen zu müssen, die ich nicht lesen mag. Den Varietätensalat kenne ich also eher von den britischen Inseln. 🙂

    Ist ja beeindruckend, was da in Nürnberg sprachlich los ist auf einem so schmalen Streifen! Ich hab eine Freundin aus Fürth, die spricht allerdings akzent- und dialektfrei, soweit ich das beurteilen kann.

    Also man weiß nicht, warum wer welche Mundart annimmt? Musstest du denn qualitativ nicht irgendeine These aufstellen? Es müsste ja irgendwie um Zugehörigkeiten (zur urbanen Welt, zur Landbevölkerung, wozu auch immer) und Abgrenzung gehen – wie bei meiner Arbeit! 🙂

    Westfälin bin ich, denk ich mal, doch, schon. Aber wir tüddeln mit sowas nicht den ganzen Tag lang rum. 😉 Da das Ruhrgebiet ja ein ziemlicher Melting Pot ist mit den ganzen Zuwanderern aus dem Süden und dem Osten, hat sich das hier vielleicht alles relativiert. Wobei man ja auch dabei hätte erwarten können, dass sich die Ureinwohner hier umso stärker auf ihre Mundarten besonnen hätten. Haben sie aber irgendwie nicht, glaub ich …

  9. Es ist also doch nicht so offensichtlich, dass man mal Germanistik geworden und es seither wohl auch ist. Man glaubt immer, dass einem das aus allen Knopflöchern tropft, versucht nach vorne zu flüchten und stolz drauf zu sein. Nee, schon okay; Germanistik ist ja keine BWL 😉

    Einer aufzustellenden These entsinne ich mich nicht. Wenn unklar oder mühsam nachzuweisen wäre, dass sich Oberostfränkisch diatopisch verändert, sperrt die DFG morgen alle Filialen vom Bayerischen Sprachatlas zu, und das wollen wir ja auch nicht. Die Bezüge, dass die Vollerwerbsbauern aus Kucha uriger reden und tollere Wörter kennen als der eine Dipl. Ing. aus Erlenstegen, waren vorgegeben und von mir erfolgreich weiterbenutzt und bestätigt. So gesehen eine überaus systemaffirmative Arbeit…

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