Die Macht der Dinge.

Frau Herold von CAT Innovations schreibt da etwas sehr Interessantes, das auch auf Habseligkeit sehr gut hätte „zuerst“ stehen können – oder hier auch schon steht, unter anderem im allerersten Eintrag. Sie beschreibt einen Kern von Habseligkeit und dem noch zu veröffentlichen Buch „Kommunikative Funktionen von Alltagsgegenständen“ sehr schön:

In der letzten oder vorletzten Psychologie heute stand ein Artikel darüber, wie Sachen ihre Besitzer „konstituieren“, und wie Dinge von vielen Menschen als Bestandteil der eigenen Person angesehen werden; das würde einem allerdings oft erst so richtig bewusst, wenn man bestohlen wird. Oder wenn man als alter Mensch in die Senioren-Residenz (Ah! Deutsche Euphemismen: unübertroffen!) eincheckt. Ein Bett, ein Tisch, ein Sessel, die Glotze, das eine oder andere Buch, bisschen Nippes, paar Familienfotos. Zeug, an dem man hängt, weil es einen an etwas erinnert: An sich selbst… Ich komme drauf, weil ich gerade einem Freund beim Umzug helfe – (…)

Die Ausgabe mit dem Artikel „Wir sind, was wir haben“ von Annette Schäfer hab ich gleich mal bestellt. Ich bin gespannt, wie viel Neues hier drinsteht, denn Dinge und Identität sind ja auch eines meiner „Forschungsgebiete“ sowie  Titel meiner ersten Publikation bei Amazon 😉 – also wenn ich denn mal zum forschen komme …

Dinge kommunizieren natürlich nicht nur mit den Menschen in unserer Umwelt, sie reflektieren auch für uns und auf uns selbst, wer wir sind, wo wir stehen und wie wir fühlen. Dabei geht es natürlich um Quantität ebenso wie um Qualität. Eine Reduktion der Dinge, eine Konzentration auf das Wesentliche, das scheint mir ein ganz schönes Ziel zu sein, aber zum Mitmachen bei dieser Aktion hab ich dann doch wenig Lust. Wahrscheinlich befinden sich schon auf meinem Schreibtisch mehr als nur Siebensachen …

Und da fällt mir David Bruno mit seiner „100 Things Challenge“ ein – der Typ versucht, mit „nur“ hundert Sachen auszukommen. In USA und Deutschland ein interessantes Experiment – in anderen Breiten wären eine Menge Leute froh, mehr als ein Essgeschirr und etwas zum Anziehen ihr Eigen zu nennen. Wir mit unserem Besitz-Fimmel, wir brauchen doch ehrlich alle eine Therapie.

Die 100-Dinge-Challenge dürfte dieser Tage zu Ende gehen, ich werde mal bei Facebook gucken gehen, wie sich das Projekt so angelassen hat. Ist weniger wirklich mehr?

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