Nicht nur „sprechende“ Dinge im Allgemeinen …

sondern auch mitteilsame Kekse im Besonderen werden immer noch unterschätzt:

Die taktische Funktion von Keksen und anderen Lebensmitteln, die bei Besprechungen eingesetzt werden, wird immer noch unterschätzt. Henning Lühr hat in einer Studie ermittelt, wie es um die Kekskultur in Amtsstuben bestellt ist und welche Menschentypen beim Keksessen sichtbar werden.

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Glücklicherweise hat sich schon vor einiger Zeit der Staatsrat für Finanzen bei der Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Henning Lühr, diesem Thema angenommen und die Besprechungs- und Kekskultur im Lebensbereich deutscher Verwaltungen genauer unter die Lupe genommen.

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Lührs Erkenntnisinteresse war, „wie sich andere Besprechungsteilnehmer im alltäglichen Kampf um die gereichten Kekse aufführen.“

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  • Kekse wurden nur bei 35,59 Prozent aller Besprechungen gereicht. Ihre taktische Funktion wird also immer noch unterschätzt. Immerhin: Sitzen Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer am Tisch, dann steigt die Keksquote auf 100 Prozent.
  • Darüber hinaus hat Lühr noch ein paar besondere Typen entdeckt: Der Genießer fixiert den Keksteller und wartet, bis er an den Keks kommt, der ihm den höchsten Genuss verspricht. Der Gourmet greift nur dann zu, wenn die Keksqualität seinen Ansprüchen genügt; tut sie das nicht, lässt er das den Gastgeber spüren. Der Ernährungsbewusste demonstriert, dass er für Zwischenmahlzeiten nicht anfällig ist.

Da sieht man mal wieder, dass Lebensmittel nicht ohne Grund Lebensmittel heißen und ihre „Benutzung“ viel über den Dingverwender verrät – Essverhalten ist ebenso eine Sonderklasse (im Sinne von besonders interessanter Kategorie) der kommunikativen Nutzung von Alltagsgegenständen, ebenso wie der Bereich Mode und Kleidung.

Weiter geht’s hier bei business-wissen.de und in Henning Lührs Buch Management by Biscuits: oder Der mit den Kalorien tanzt

Danke an Ina vom vogelfreien Apriltext-Blog für den Link via Texttreff!

Bild: mara.l/pixelio.de

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