Plastikstühle überall auf der Welt.

Unterschiedliche Kulturen bringen unterschiedliche Dinge hervor, bis hin zu scheinbar profanen Alltagsgegenständen. Sie scheinen ein verbindendes Element zu sein – wie die Website plasticchair.org zeigt. In reichen westlichen Gegenden, aber auch in den entlegensten Winkeln der Erde nimmt man auf ihnen Platz: auf einfachen Plastikstühlen.

Wallpaper, die neue Welten eröffnen.

Das eigene Zuhause mit Lieblingsmöbeln auszustatten und liebevoll zu dekorieren, ist das eine – in die Einrichtung gleich weitere Welten zu integrieren, das andere. Am Schreibtisch sitzen und doch im Pariser Café, auf dem Sofa und doch am Meer, im Wohnzimmer und doch in einer Gasse in Barcelona, in einem verstaubten Archiv oder über den Dächern der Stadt, das machen diese ganz besonders kunstvollen Wallpaper, für die „originell“ wirklich noch leicht untertrieben ist.

Meine Erfahrung mit Fototapeten beschränkt sich auf die echt knifflige Anbringung einer riesigen Venus von Botticelli, die mittlerweile von der Nachmieterin überpinselt worden sein dürfte, aber dieser Link zu einer ganz exquisiten Wallpaper-Auswahl macht Lust auf einen weiteren Versuch, in neue Wand-Welten vorzustoßen. Allein die Tapete mit dem vielen Kram bräuchte ich nicht, Dinge gibt es in der Wohnung schon genug …

Gummibär-Leuchte de luxe.

Bei der fulminanten SWISS MISS ist er mir hier untergekommen, der wundervolle Gummibär-Chandelier, den es bei jellio.com gibt, Preis auf Anfrage:

„… a sweet chandelier made of approximately 5,000 hand-strung acrylic gummi bears. (A process which takes about two months to complete) Only ten will ever be made, and each one will be a little different“

Während ich von echten Gummibärchen ganz schnell Zahnweh bekomme und ich auch nie viel für diese überdimensionierte Gummibärenlampen zum Hinstellen übrig hatte, finde ich dieses edle Modell durchaus lecker.

Was will uns dieses Produkt sagen? Zukünftige Besitzer legen sicher sehr viel Wert auf das Besondere und haben möglicherweise sowohl Kinder als auch einen netten Sinn für Humor. Und einen süßen Zahn. Oder sie wissen einfach nicht, wohin mit all dem Geld … Günstig dürfte dieser besondere Kronleuchter sicher nicht sein. Dafür strahlt er Spielfreude in Reinkultur aus.

Zeige mir deine Sachen und ich sage dir, wer du bist.

Zu dem Thema gibt’s in New York viel zu sehen und auch viel zu fotografieren, so scheint’s. Todd Selby hatte dabei wohl keine Angst, von zu viel Kram erschlagen zu werden oder vor Neid im Erdboden zu versinken, wenn sich die kreativen Seelen von Big Apple gegenseitig übertrumpfen in den Kategorien Wildness, Originality und super viel Space zum Leben, Chillen und Sex haben (garantiert keinen Blümchensex!).

Ich bin ordentlich hin- und hergerissen, ob ich auch in einem groß angelegten Kleinod wohnen möchte oder es vielleicht schon tue – also ich weiß nicht, wie ich das Gesehene finde, aber ich weiß, dass es hier prima reinpasst. Danke, Kai, du alter Stylespion und unbekannterweise auch an Erstentdeckerin Julia.

Ich habe auf jeden Fall schonmal gelernt, dass ein Wust bunter Dinge in einem großen Raum mit Parkett immer recht „decent“ aussieht, in einer kleinen Hütte dagegen eher weniger bohemian …

Zemanta Pixie

Wie wichtig sind Möbel?

Prof. Dr. Peter Zec, mein ehemaliger Chef im Design Zentrum Nordrhein-Westfalen, meint dazu:

Peter Zec: Es sind die Dinge, mit denen wir uns umgeben, die wir von morgens bis abends vor Augen haben und mit denen wir unser Leben schöner machen. Und Möbel sind auch ein Stück weit von der Konjunktur unabhängig: Ein Stuhl muss ja nicht von heute auf morgen ausgetauscht werden – selbst wenn er schon Verschleißerscheinungen zeigt. Man entwickelt zu Möbeln auch ein sehr individuelles Verhältnis. Jeder hat seine Lieblingsstücke, von denen man sich nur schwer trennt.

WDR.de: Was sagen Möbel über einen Menschen aus?

Peter Zec: Sie sind ähnlich wie Kleidungsstücke – nur dass man bei Möbeln in einer anderen Intimsphäre lebt. Mit Kleidung muss ich mich auf die Straße begeben und bin dadurch vielleicht ein bisschen konformer. Bei Möbeln kann ich selbst entscheiden, wer die sieht. Insofern sagen Möbel sehr viel darüber, wie die Menschen wirklich sind: Manche richten sich viel konservativer ein, als beispielsweise die Kleidung vermuten lässt.

und er meint noch mehr.