Wenn Dinge reden könnten.
Das Photomagazin JPG veranstaltet gerade einen Wettbewerb, der prima in die Welt der Habseligkeit passt:
Filed under dinge, kommunikation | Comment (0)Objects don’t offer opinions, or even move without the assistance from the living. But with a little imagination and some direction from you, these objects can do and say quite a lot.
For this photo challenge, bring objects to life.
…
Habselig: Gesegnete Handys und Laptops.
Wie eng die Verbindung zwischen Menschen und Dingen in mannigfaltiger Hinsicht sein kann, zeigt ein Bericht auf katholisch.de, in dem es um Handys und Laptops geht, die einen kirchlichen Segen erhalten können.
Filed under Habseligkeit, dinge | Comments (2)In London wurden in einer anglikanischen Kirche Laptops, Blackberrys und Handys gesegnet. In folgendem Interview spricht der Liturgiereferent der Diözese Würzburg, Stephan Steger, über diese Segensfeier und die grundsätzliche Bedeutung des Segens.
POW: Herr Steger, ist es angebracht, Laptops, Blackberrys und Handys zu segnen?
Steger: Alles, was dem Menschen hilft, was ihm dient, sein Leben zu gestalten, kann nach katholischer Tradition mit einer Segensbitte bedacht werden. Continue reading »
Die Macht der Dinge.
Frau Herold von CAT Innovations schreibt da etwas sehr Interessantes, das auch auf Habseligkeit sehr gut hätte “zuerst” stehen können – oder hier auch schon steht, unter anderem im allerersten Eintrag. Sie beschreibt einen Kern von Habseligkeit und dem noch zu veröffentlichen Buch “Kommunikative Funktionen von Alltagsgegenständen” sehr schön:
In der letzten oder vorletzten Psychologie heute stand ein Artikel darüber, wie Sachen ihre Besitzer „konstituieren“, und wie Dinge von vielen Menschen als Bestandteil der eigenen Person angesehen werden; das würde einem allerdings oft erst so richtig bewusst, wenn man bestohlen wird. Oder wenn man als alter Mensch in die Senioren-Residenz (Ah! Deutsche Euphemismen: unübertroffen!) eincheckt. Ein Bett, ein Tisch, ein Sessel, die Glotze, das eine oder andere Buch, bisschen Nippes, paar Familienfotos. Zeug, an dem man hängt, weil es einen an etwas erinnert: An sich selbst… Ich komme drauf, weil ich gerade einem Freund beim Umzug helfe – (…)
Die Ausgabe mit dem Artikel “Wir sind, was wir haben” von Annette Schäfer hab ich gleich mal bestellt. Ich bin gespannt, wie viel Neues hier drinsteht, denn Dinge und Identität sind ja auch eines meiner “Forschungsgebiete” sowie Titel meiner ersten Publikation bei Amazon
– also wenn ich denn mal zum forschen komme …
Dinge kommunizieren natürlich nicht nur mit den Menschen in unserer Umwelt, sie reflektieren auch für uns und auf uns selbst, wer wir sind, wo wir stehen und wie wir fühlen. Dabei geht es natürlich um Quantität ebenso wie um Qualität. Eine Reduktion der Dinge, eine Konzentration auf das Wesentliche, das scheint mir ein ganz schönes Ziel zu sein, aber zum Mitmachen bei dieser Aktion hab ich dann doch wenig Lust. Wahrscheinlich befinden sich schon auf meinem Schreibtisch mehr als nur Siebensachen …
Und da fällt mir David Bruno mit seiner „100 Things Challenge“ ein – der Typ versucht, mit „nur“ hundert Sachen auszukommen. In USA und Deutschland ein interessantes Experiment – in anderen Breiten wären eine Menge Leute froh, mehr als ein Essgeschirr und etwas zum Anziehen ihr Eigen zu nennen. Wir mit unserem Besitz-Fimmel, wir brauchen doch ehrlich alle eine Therapie.
Die 100-Dinge-Challenge dürfte dieser Tage zu Ende gehen, ich werde mal bei Facebook gucken gehen, wie sich das Projekt so angelassen hat. Ist weniger wirklich mehr?
Filed under die kommunizieren, dinge, dinge in der literatur, kommunizierende dinge | Comment (0)Kleine Dinge im Film One Hour Photo.
Filed under dinge, kommunizierende dinge | Comment (0)Sy Parrish: Most people don’t take snapshots of the little things. The used Band-Aid, the guy at the gas station, the wasp on the Jell-O. But these are the things that make up the true picture of our lives. People don’t take pictures of these things.
Schöner staubsaugen mit Supertramp.
Das ist doch mal ne Erfindung: ein Staubsauger mit iPod-Dock. Der außergewöhnliche Produktvorteil steckt auch gleich schon mit drin in dieser knappen Beschreibung: Der Staubsauger selbst ist offensichtlich so flüsterleise, dass man tatsächlich beim Staubsaugen Musik oder Hörbuch lauschen kann.
Ja, das wär was für mich, denn Staubsaugen gehört bei mir zu den unbeliebtesten Arbeiten im Haushalt. Damit ist aber der zweite Störfaktor beim Staubsaugen immer noch nicht beseitigt. Dieser fiese warme Föhnwind, der aus dem Gerät kommt. Aber dafür hat Loriot mit dem Heinzelmann ja schon was erfunden. Nur wohl leider nicht bis zur Serienreife weiterentwickelt …
Filed under dinge, gadgets, kommunizierende dinge, produktdesign | Comment (0)H. R. H. Prince Philip programmiert bei Royals den Videorekorder bäuchlings.
Das Interview mit Prinz Philip auf dem royalen Youtube-Channel zeigt nicht nur “… a man at his age still absolutely engaged in stuff“, sondern auch seine ganz privaten Ding-Beziehungen.
So empfindet der Gatte der Königin von England das Produktdesign von Fernsehern als wenig durchdacht, weil man da dank der Knöpfe unten am Gerät und dem Videorekorder, der sogar meistenst noch darunter angeordnet ist, das Umschalten und Programmieren liegenderweise vornehmen muss. Mit einer Taschenlampe zwischen den Zähnen. Nur, um dann doch den 10-jährigen Enkel dazuzurufen und ihn um Hilfe zu bitten …
Auch seine weiteren Ansichten und Ausführungen, sein Plädoyer für den Individualismus und die Wertschätzung von kreativen Designleistungen, sind sehenswert.
Diesen Teil
Filed under dinge, kommunizierende dinge, produktdesign | Comments (5)Um herauszufinden, wie ein Fernseher funktioniert, muss man praktisch mit ihm schlafen“ Continue reading »
Animismus: Lebendige Gegenstände.
“Die Briefmarken kichern. Die Büroklammern näseln. Der Radiergummi macht sich klein. Der Spitzer überlegt sich ein Alibi.”
Zu dieser animistischen Geschichte über das Eigenleben von Dingen, in der Autorin Nessa Altura eine Clique von Büroartikeln perfide Pläne spinnen lässt, passt eine Passage meiner “Forschungsarbeit” zu kommunikativen Funktionen von Gegenständen, ganz hervorragend als theoretische Sekundärliteratur:
Animismus benennt das Phänomen der Zuschreibung der Attribute „lebendig“ und „beseelt“ auf Dinge der unbelebten Welt. So unterscheidet der Frühmensch zunächst nicht zwischen toten Dingen und lebenden Wesen; alle Entitäten sind ihm zunächst belebte Unwesen, die er erst durch Namensgebung fassbar macht. Was den Urmenschen gleichgültig lässt, das nimmt er gar nicht erst wahr. Eine Informationsschrift der Überseeischen Missionsgesellschaft beschreibt Animismus als „[...] jede Religion [...], die glaubt, dass alle Gegenstände und Lebewesen von Geistern beeinflusst sind und die Geisterwelt im Leben der Menschen und in der Welt aktiv ist. Animismus ist in vielen Stammes- und Naturreligionen vertreten, welche bereits existierten, ehe die großen Weltreligionen [...] Einzug hielten.“ (Überseeische Missionsgesellschaft, 2000)
Filed under dinge, dinge in der literatur | Comment (0)Mauss berichtet in diesem Zusammenhang vom hau, dem „Geist der Sachen“, an den die Maori glauben. Danach rächt sich dieser, wenn jemand einen Gegenstand, den er geschenkt bekommt, weitergibt und dies mit einem anderen Gegenstand bezahlt bekommt, ohne diese zweite Gabe an den Schenker des ersten Gegenstandes weiterzugeben (vgl. Mauss, 1968, 32f). Die im Maori-Recht durch eine Sache gestiftete Bindung bezeichnet Mauss als „Seelen-Bindung, denn die Sache selbst hat eine Seele, ist Seele.“ (ebd. 35)
[...] Demnach verfolgen Dinge scheinbar „eigene“ Absichten, die ihnen, meist entgegen der menschlichen Intentionen, zugeschrieben werden. Albers verweist auf die „Tücke des Objekts“ als „Heimtücke“ fremd und unheimlich gewordener Gegenstände (vgl. Albers, 2003, 7). Continue reading »
Ding und Dinglichkeit.
Grad – und damit jetzt erst – drüber gestolpert: ein Blog der F.A.Z. über Ding und Dinglichkeit. Dank der Urlaubsnach- und Arbeitsvorbereitung leg ich’s hier erstmal als Notiz ab und schmökere dann später nochmal, zum Beispiel im Artikel über die Gardine.
Filed under dinge, dinge in der literatur, kommunizierende dinge | Comment (0)Zu viele Dinge.
“Er war einfach ein Sammler. Er kam immer mit einer geballten Ladung Kartons nach Hause und lebte in seiner eigenen Welt.” Das sagte nach Angaben von Spiegel Online ein Anwohner über den Mann, der in seiner Sammlung von Habseligkeiten wahrscheinlich verdurstetet …
