Seinfeld – Stand-up über Geschenke und das Wegwerfen

Alle Dinge sind Müll in verschiedenen Stadien. Jerry Seinfeld verrät in einer Stand-by-Nummer bei Jimmy Fallon, dass er – anders als seine Frau – ein natural born Wegwerfer ist. Und dass Sachen aus der Garage nie zurückkehren …

Plastikstühle überall auf der Welt.

Unterschiedliche Kulturen bringen unterschiedliche Dinge hervor, bis hin zu scheinbar profanen Alltagsgegenständen. Sie scheinen ein verbindendes Element zu sein – wie die Website plasticchair.org zeigt. In reichen westlichen Gegenden, aber auch in den entlegensten Winkeln der Erde nimmt man auf ihnen Platz: auf einfachen Plastikstühlen.

Sich von Dingen trennen – und ein Bild von ihnen aufheben.

Dinge wegzutun, die eine emotionale Bedeutung haben, kann sehr schwerfallen. Doch manchmal weiß man nicht mal mehr, woran einen der aufgehobene Sektkorken oder ein kleines Spielzeugauto erinnern soll … Um Raum zu schaffen für Neues und die Trennung zu erleichtern, kann man ein Foto von den kleinen Souvenirs machen, bevor man sie entsorgt – so bleiben sie irgendwie doch erhalten, nehmen aber viel weniger Platz ein.

Sachen, die eigentlich nutzlos sind oder gar Abfall, ist das Tumblr-Blog „Abschied von Dingen“ gewidmet: Hier werden Garagenfunde dokumentiert und somit unsterblich gemacht. Diese kleinen, teilweise skurrilen Dinge sind allesamt Überbleibsel der Lebenseinrichtung der Vorbewohner, deren Haus und Garage der Tumblr-Blogger übernommen hat.

Wenn das nicht perfekt zum Thema Habseligkeiten passt … Viel Spaß beim Stöbern.

Tile, Chipolo, TrackR Bravo, StickNFind – dank Tracking Gadgets nie mehr Dinge verlieren?

Finden ist das neue Verlieren.

Kann das sein – Mars kriegen wir hin, Schlüsselfinder eher nich so?

Mitbekommen? Ein vielerorts unbemerktes Revival erlebten Schlüsselfinder, die auf Pfiff hin antworten – auch ich hab an der Mediamarkt-Kasse zugegriffen, nur um den hyperaktiven Piepser nach ein paar Stunden ständiger Fehlalarme in Notwehr auszuschalten. Schade eigentlich, immerhin schreiben wir doch das Jahr 2014.

Aber jetzt gibt’s gute Neuigkeiten.

chipolos

Momentchen – es gibt Hoffnung für notorische Verleger!

Jetzt kommt die neue Generation von Tracking-Schnuppsis, die man an Schlüssel, Laptop, Handy, Pferd, Hund oder Katze hängen, kleben oder clipsen kann, um dem vermissten Ding im Falle eines Abhandenkommens auf die Spur zu kommen.

Find the right finder – reicht mir Bluetooth oder setze ich auf Followerpower?

Meistens funktioniert die Ortung des verlorenen Gegenstands per Smartphone, also per App. Bluetooth scheint aktuell die Technologie zu sein, auf die die meisten Tracking-Gadget-Erfinder setzen – mal als Stand-alone-Lösung, mal auch im Netzwerk zu benutzen, so dass man die eigene Reichweite um die anderer Netzwerkteilnehmer erweitern kann: Lässt sich ein verloren gegangenes Ding durch direkte Handyortung in bis zu 30/45/60 Meter Entfernung finden, erweitert sich bei entsprechender Verbeitung eines Systems der Radius um den der Netzwerkteilnehmer – dazu teilt man beispielsweise bei Tile oder TrackR Bravo einen Suchaufruf mit anderen.

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Sachen sammeln, jagen, haben – und das Museum der Dinge.

Ich sammle. Vor allem Blogartikel, die nicht mit „Uiuiuiui, der ist aber lange her, der letzte Eintrag“ anfangen. Aber ich sammle auch Dinge. Produkte, Sachen, Gegenstände. Um später wieder zu entrümpeln. Dazu Gedanken über alltägliche Dinge. Warum man die haben möchte, sammeln, behalten, archivieren, ins Regal stellen, nicht loslassen. Darüber hab ich meine Magisterarbeit geschrieben, darüber denke ich aber auch berufsbedingt immer wieder mal nach, denn als Werbetexterin ist es mein Job, Menschen zu sagen, warum ein gewisses Ding ihr Leben bereichern könnte. (Übrigens nicht um jeden Preis, ein allzu aufdringliches Verkaufen liegt mir nicht so, ich seh mich da eher als Vermittlerin, vielleicht.) Erstaunt stell ich dann immer mal wieder fest, dass sich auch andere Menschen mit „meinem“ Leibundmagenthema befassen. Heute war’s meine Kollegin Alice Scheerer, die im SlowLifeLab über ihre Sammlungen und das Museum der Dinge in Berlin schreibt.

Da ich im Haus meiner Oma einen alten Küchentisch mit Linoleumtischplatte fand, von dem eine liebe Freundin meinte, er könne aus einer „Frankfurter Küche“ stammen, fand ich den dazugehörigen Teil besonders spannend:

„Ein eigener Raum ist der Frankfurter Küche gewidmet, einer der ersten Einbauküchen. Sie wurde von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky7 nach Gesichtspunkten der Arbeitsoptimierung, Platzersparnis und Bezahlbarkeit entworfen.“

Leider hab ich die Blogparade zum Thema Sammeln vom Bügeleisenhaus in Hattingen (was es nicht alles gibt – ist das das Gegenstück zum Flat Iron Building in New York hier im Ruhrgebiet?) auch verpasst, aber da sie natürlich vortrefflich zum Thema Dinge, Artikel und Produkte passt, zum Haben, Sammeln und Behalten, sei sie hier noch rasch verlinkt.

Tauschen, kaufen, Statussymbole – ein Beitrag von Klub Konkret auf EinsPlus.

Gestern bin ich zufällig in der Sendung Klub Konkret auf EinsPlus gelandet (also als Fernsehzuschauerin), die sich dem Thema widmet, das auch das Blog umtreibt. Von Daniel Bröckerhoff kannte ich bisher nur die Penisdialoge mit Tilo Jung von Jung & Naiv, schön, ihn in mit einem Magazinformat wiederzusehen.

In der Folge von Klub Konkret geht es also um Tauschen statt Besitzen, um Statussymbole und Alternativen in der Überflussgesellschaft, beispielsweise um Tauschbörsen wie Why Own It (mit eigener App), auf denen man Produkte leihen kann statt sie zu kaufen. Der Gründer dieser Börse hat sich vom größten Teil seines Besitzes „befreit“, ihm gehören nur noch Habseligkeiten, die in zwei Koffer passen – den Rest leiht er sich.

In der Talkrunde wurde bei einem weiblichen Gast eingeblendet, sie habe sich in diesem Jahr erst zwei „crazy Jeans“ gekauft – ob das jetzt ein radikales Beispiel für bewussten Konsum oder gar Konsumverzicht ist, wage ich mal zu bezweifeln …

Wenn Dinge reden könnten.

Das Photomagazin JPG veranstaltet gerade einen Wettbewerb, der prima in die Welt der Habseligkeit passt:

Objects don’t offer opinions, or even move without the assistance from the living. But with a little imagination and some direction from you, these objects can do and say quite a lot.

For this photo challenge, bring objects to life.

Habselig: Gesegnete Handys und Laptops.

Wie eng die Verbindung zwischen Menschen und Dingen in mannigfaltiger Hinsicht sein kann, zeigt ein Bericht auf katholisch.de, in dem es um Handys und Laptops geht, die einen kirchlichen Segen erhalten können.

In London wurden in einer anglikanischen Kirche Laptops, Blackberrys und Handys gesegnet. In folgendem Interview spricht der Liturgiereferent der Diözese Würzburg, Stephan Steger, über diese Segensfeier und die grundsätzliche Bedeutung des Segens.

POW: Herr Steger, ist es angebracht, Laptops, Blackberrys und Handys zu segnen?

Steger: Alles, was dem Menschen hilft, was ihm dient, sein Leben zu gestalten, kann nach katholischer Tradition mit einer Segensbitte bedacht werden. Weiterlesen

Die Macht der Dinge.

Frau Herold von CAT Innovations schreibt da etwas sehr Interessantes, das auch auf Habseligkeit sehr gut hätte „zuerst“ stehen können – oder hier auch schon steht, unter anderem im allerersten Eintrag. Sie beschreibt einen Kern von Habseligkeit und dem noch zu veröffentlichen Buch „Kommunikative Funktionen von Alltagsgegenständen“ sehr schön:

In der letzten oder vorletzten Psychologie heute stand ein Artikel darüber, wie Sachen ihre Besitzer „konstituieren“, und wie Dinge von vielen Menschen als Bestandteil der eigenen Person angesehen werden; das würde einem allerdings oft erst so richtig bewusst, wenn man bestohlen wird. Oder wenn man als alter Mensch in die Senioren-Residenz (Ah! Deutsche Euphemismen: unübertroffen!) eincheckt. Ein Bett, ein Tisch, ein Sessel, die Glotze, das eine oder andere Buch, bisschen Nippes, paar Familienfotos. Zeug, an dem man hängt, weil es einen an etwas erinnert: An sich selbst… Ich komme drauf, weil ich gerade einem Freund beim Umzug helfe – (…)

Die Ausgabe mit dem Artikel „Wir sind, was wir haben“ von Annette Schäfer hab ich gleich mal bestellt. Ich bin gespannt, wie viel Neues hier drinsteht, denn Dinge und Identität sind ja auch eines meiner „Forschungsgebiete“ sowie  Titel meiner ersten Publikation bei Amazon 😉 – also wenn ich denn mal zum forschen komme …

Dinge kommunizieren natürlich nicht nur mit den Menschen in unserer Umwelt, sie reflektieren auch für uns und auf uns selbst, wer wir sind, wo wir stehen und wie wir fühlen. Dabei geht es natürlich um Quantität ebenso wie um Qualität. Eine Reduktion der Dinge, eine Konzentration auf das Wesentliche, das scheint mir ein ganz schönes Ziel zu sein, aber zum Mitmachen bei dieser Aktion hab ich dann doch wenig Lust. Wahrscheinlich befinden sich schon auf meinem Schreibtisch mehr als nur Siebensachen …

Und da fällt mir David Bruno mit seiner „100 Things Challenge“ ein – der Typ versucht, mit „nur“ hundert Sachen auszukommen. In USA und Deutschland ein interessantes Experiment – in anderen Breiten wären eine Menge Leute froh, mehr als ein Essgeschirr und etwas zum Anziehen ihr Eigen zu nennen. Wir mit unserem Besitz-Fimmel, wir brauchen doch ehrlich alle eine Therapie.

Die 100-Dinge-Challenge dürfte dieser Tage zu Ende gehen, ich werde mal bei Facebook gucken gehen, wie sich das Projekt so angelassen hat. Ist weniger wirklich mehr?