Schöner staubsaugen mit Supertramp.

Das ist doch mal ne Erfindung: ein Staubsauger mit iPod-Dock. Der außergewöhnliche Produktvorteil steckt auch gleich schon mit drin in dieser knappen Beschreibung: Der Staubsauger selbst ist offensichtlich so flüsterleise, dass man tatsächlich beim Staubsaugen Musik oder Hörbuch lauschen kann.

Ja, das wär was für mich, denn Staubsaugen gehört bei mir zu den unbeliebtesten Arbeiten im Haushalt. Damit ist aber der zweite Störfaktor beim Staubsaugen immer noch nicht beseitigt. Dieser fiese warme Föhnwind, der aus dem Gerät kommt. Aber dafür hat Loriot mit dem Heinzelmann ja schon was erfunden. Nur wohl leider nicht bis zur Serienreife weiterentwickelt …

H. R. H. Prince Philip programmiert bei Royals den Videorekorder bäuchlings.

Das Interview mit Prinz Philip auf dem royalen Youtube-Channel zeigt nicht nur „… a man at his age still absolutely engaged in stuff„, sondern auch seine ganz privaten Ding-Beziehungen.

So empfindet der Gatte der Königin von England das Produktdesign von Fernsehern als wenig durchdacht, weil man da dank der Knöpfe unten am Gerät und dem Videorekorder, der sogar meistenst noch darunter angeordnet ist, das Umschalten und Programmieren liegenderweise vornehmen muss. Mit einer Taschenlampe zwischen den Zähnen. Nur, um dann doch den 10-jährigen Enkel dazuzurufen und ihn um Hilfe zu bitten …

Auch seine weiteren Ansichten und Ausführungen, sein Plädoyer für den Individualismus und die Wertschätzung von kreativen Designleistungen, sind sehenswert.

via „Vermischtes“ auf Welt.de

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Um herauszufinden, wie ein Fernseher funktioniert, muss man praktisch mit ihm schlafen“ Weiterlesen

Animismus: Lebendige Gegenstände.

„Die Briefmarken kichern. Die Büroklammern näseln. Der Radiergummi macht sich klein. Der Spitzer überlegt sich ein Alibi.“

Zu dieser animistischen Geschichte über das Eigenleben von Dingen, in der Autorin Nessa Altura eine Clique von Büroartikeln perfide Pläne spinnen lässt, passt eine Passage meiner „Forschungsarbeit“ zu kommunikativen Funktionen von Gegenständen, ganz hervorragend als theoretische Sekundärliteratur:

Animismus benennt das Phänomen der Zuschreibung der Attribute „lebendig“ und „beseelt“ auf Dinge der unbelebten Welt. So unterscheidet der Früh­mensch zunächst nicht zwischen toten Dingen und lebenden Wesen; alle Entitäten sind ihm zunächst belebte Unwesen, die er erst durch Namensgebung fassbar macht. Was den Urmenschen gleichgültig lässt, das nimmt er gar nicht erst wahr. Eine Informationsschrift der Überseeischen Missionsgesellschaft beschreibt Animismus als „[…] jede Religion […], die glaubt, dass alle Gegenstände und Lebewesen von Geistern beeinflusst sind und die Geisterwelt im Leben der Menschen und in der Welt aktiv ist. Animismus ist in vielen Stammes- und Naturreligionen vertreten, welche bereits existierten, ehe die großen Weltreligionen […] Einzug hielten.“ (Überseeische Missionsgesellschaft, 2000)

Mauss berichtet in diesem Zusammenhang vom hau, dem „Geist der Sachen“, an den die Maori glauben. Danach rächt sich dieser, wenn jemand einen Gegenstand, den er geschenkt bekommt, weitergibt und dies mit einem anderen Gegenstand bezahlt bekommt, ohne diese zweite Gabe an den Schenker des ersten Gegenstandes weiterzugeben (vgl. Mauss, 1968, 32f). Die im Maori-Recht durch eine Sache gestiftete Bindung bezeichnet Mauss als „Seelen-Bindung, denn die Sache selbst hat eine Seele, ist Seele.“ (ebd. 35)

[…] Demnach verfolgen Dinge scheinbar „eigene“ Absichten, die ihnen, meist entgegen der menschlichen Intentionen, zugeschrieben werden. Albers verweist auf die „Tücke des Objekts“ als „Heimtücke“ fremd und unheimlich gewordener Gegenstände (vgl. Albers, 2003, 7). Weiterlesen