Nimm mein Mixtape, Babe.

Januar 27th, 2010

Das gute alte Mixtape hat sich verwandelt – in einen handlichen USB-Stick, immerhin mit nicht mehr Platz als eine Kassette und einer originalgetreuen Kassettenhülle zum Beschriften und Niederlegen der Songauswahl.

Und hier kommt der Soundtrack zum Mixtape 2.0:

Rettet die Kassette! (Und wenn’s so ist …)

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Heimat-Marmelade.

Januar 2nd, 2010

Marmelade von Bonne Maman ist nicht nur einfach Marmelade, sie ist auch Hausfrauenkunst, gute alte Zeit und ein Stückchen Heimat. Deshalb bekommt sie auch einen Artikel bei Welt Online. Von der Ausdruckskraft der Markenpersönlichkeit her hat sie’s verdient.

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Nicht nur “sprechende” Dinge im Allgemeinen …

Dezember 23rd, 2009

sondern auch mitteilsame Kekse im Besonderen werden immer noch unterschätzt:

Die taktische Funktion von Keksen und anderen Lebensmitteln, die bei Besprechungen eingesetzt werden, wird immer noch unterschätzt. Henning Lühr hat in einer Studie ermittelt, wie es um die Kekskultur in Amtsstuben bestellt ist und welche Menschentypen beim Keksessen sichtbar werden.

[...]

Glücklicherweise hat sich schon vor einiger Zeit der Staatsrat für Finanzen bei der Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Henning Lühr, diesem Thema angenommen und die Besprechungs- und Kekskultur im Lebensbereich deutscher Verwaltungen genauer unter die Lupe genommen.

[...]

Lührs Erkenntnisinteresse war, „wie sich andere Besprechungsteilnehmer im alltäglichen Kampf um die gereichten Kekse aufführen.“

[...]

  • Kekse wurden nur bei 35,59 Prozent aller Besprechungen gereicht. Ihre taktische Funktion wird also immer noch unterschätzt. Immerhin: Sitzen Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer am Tisch, dann steigt die Keksquote auf 100 Prozent.
  • Darüber hinaus hat Lühr noch ein paar besondere Typen entdeckt: Der Genießer fixiert den Keksteller und wartet, bis er an den Keks kommt, der ihm den höchsten Genuss verspricht. Der Gourmet greift nur dann zu, wenn die Keksqualität seinen Ansprüchen genügt; tut sie das nicht, lässt er das den Gastgeber spüren. Der Ernährungsbewusste demonstriert, dass er für Zwischenmahlzeiten nicht anfällig ist.

Da sieht man mal wieder, dass Lebensmittel nicht ohne Grund Lebensmittel heißen und ihre “Benutzung” viel über den Dingverwender verrät – Essverhalten ist ebenso eine Sonderklasse (im Sinne von besonders interessanter Kategorie) der kommunikativen Nutzung von Alltagsgegenständen, ebenso wie der Bereich Mode und Kleidung.

Weiter geht’s hier bei business-wissen.de und in Henning Lührs Buch Management by Biscuits: oder Der mit den Kalorien tanzt

Danke an Ina vom vogelfreien Apriltext-Blog für den Link via Texttreff!

Bild: mara.l/pixelio.de

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Die Macht der Dinge.

Dezember 23rd, 2009

Frau Herold von CAT Innovations schreibt da etwas sehr Interessantes, das auch auf Habseligkeit sehr gut hätte “zuerst” stehen können – oder hier auch schon steht, unter anderem im allerersten Eintrag. Sie beschreibt einen Kern von Habseligkeit und dem noch zu veröffentlichen Buch “Kommunikative Funktionen von Alltagsgegenständen” sehr schön:

In der letzten oder vorletzten Psychologie heute stand ein Artikel darüber, wie Sachen ihre Besitzer „konstituieren“, und wie Dinge von vielen Menschen als Bestandteil der eigenen Person angesehen werden; das würde einem allerdings oft erst so richtig bewusst, wenn man bestohlen wird. Oder wenn man als alter Mensch in die Senioren-Residenz (Ah! Deutsche Euphemismen: unübertroffen!) eincheckt. Ein Bett, ein Tisch, ein Sessel, die Glotze, das eine oder andere Buch, bisschen Nippes, paar Familienfotos. Zeug, an dem man hängt, weil es einen an etwas erinnert: An sich selbst… Ich komme drauf, weil ich gerade einem Freund beim Umzug helfe – (…)

Die Ausgabe mit dem Artikel “Wir sind, was wir haben” von Annette Schäfer hab ich gleich mal bestellt. Ich bin gespannt, wie viel Neues hier drinsteht, denn Dinge und Identität sind ja auch eines meiner “Forschungsgebiete” sowie  Titel meiner ersten Publikation bei Amazon ;-) – also wenn ich denn mal zum forschen komme …

Dinge kommunizieren natürlich nicht nur mit den Menschen in unserer Umwelt, sie reflektieren auch für uns und auf uns selbst, wer wir sind, wo wir stehen und wie wir fühlen. Dabei geht es natürlich um Quantität ebenso wie um Qualität. Eine Reduktion der Dinge, eine Konzentration auf das Wesentliche, das scheint mir ein ganz schönes Ziel zu sein, aber zum Mitmachen bei dieser Aktion hab ich dann doch wenig Lust. Wahrscheinlich befinden sich schon auf meinem Schreibtisch mehr als nur Siebensachen …

Und da fällt mir David Bruno mit seiner „100 Things Challenge“ ein – der Typ versucht, mit „nur“ hundert Sachen auszukommen. In USA und Deutschland ein interessantes Experiment – in anderen Breiten wären eine Menge Leute froh, mehr als ein Essgeschirr und etwas zum Anziehen ihr Eigen zu nennen. Wir mit unserem Besitz-Fimmel, wir brauchen doch ehrlich alle eine Therapie.

Die 100-Dinge-Challenge dürfte dieser Tage zu Ende gehen, ich werde mal bei Facebook gucken gehen, wie sich das Projekt so angelassen hat. Ist weniger wirklich mehr?

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Kleine Dinge im Film One Hour Photo.

Dezember 13th, 2009

Sy Parrish: Most people don’t take snapshots of the little things. The used Band-Aid, the guy at the gas station, the wasp on the Jell-O. But these are the things that make up the true picture of our lives. People don’t take pictures of these things.

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Schöner staubsaugen mit Supertramp.

Dezember 11th, 2009

Das ist doch mal ne Erfindung: ein Staubsauger mit iPod-Dock. Der außergewöhnliche Produktvorteil steckt auch gleich schon mit drin in dieser knappen Beschreibung: Der Staubsauger selbst ist offensichtlich so flüsterleise, dass man tatsächlich beim Staubsaugen Musik oder Hörbuch lauschen kann.

Ja, das wär was für mich, denn Staubsaugen gehört bei mir zu den unbeliebtesten Arbeiten im Haushalt. Damit ist aber der zweite Störfaktor beim Staubsaugen immer noch nicht beseitigt. Dieser fiese warme Föhnwind, der aus dem Gerät kommt. Aber dafür hat Loriot mit dem Heinzelmann ja schon was erfunden. Nur wohl leider nicht bis zur Serienreife weiterentwickelt …

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Museale Banalitäten.

Oktober 22nd, 2009

Da hat sich doch noch jemand wissenschaftlich an den kleinen Dingen, die die Welt bedeuten, zu schaffen gemacht:

[...] der entstehende zufall erfragter gegenstände unterschiedlichster personen dient als grundlage für die sammlung. im wesentlichen geht es um das offenlegen der hinter den gegenständen verborgenen konzepte von mensch und gesellschaft. das ziel ist eine visualisierung verborgener zusammenhänge, durch die der betrachtende zur erforschung und bewusstwerdung von eigenen strukturen, wahrheitsdefinitionen und geschichtlichkeit angeregt werden soll.

Laut denic ist es Anke Brodersen, die dort museale Banalitäten und gesammelte Werke inszeniert – jeweils mit ihrer ganz eigenen kleinen Geschichte. Im virtuellen Dinge-Museum kommt die Schlafbrille neben der Konstantin-Wecker-CD, kommt ein alter Zopf neben dem Fußbänkle aus der Biedermeierzeit zu liegen, das in Nachkriegsjahren als Radio”sessel” für den Volksempfänger diente. Die doch noch aus dem Müll gerettete Geldbörse wird als Bruchteil einer Biographie beschrieben, die beim Entrümpeln entdeckte Schachtel mit Milchzähnen enthält sogar “echte” Fragmente einer physischen Existenz und zeugt vom im Erwachsenenalter verlorengegangenen meditativen Zustand des Bastelns. Mit so einem Kapuzenbadetuch wurde ich auch seinerzeit von meiner Mutter nach dem Bad gewärmt und getrocknet …

Kompliment für das Projekt, liebe Frau Brodersen, es wäre schön, wenn es weitergeführt würde. Auch ich verlängere mit diesem Blog ja quasi meine Magisterarbeit über die kommunikativen Funktionen von Gegenständen …

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H. R. H. Prince Philip programmiert bei Royals den Videorekorder bäuchlings.

Oktober 11th, 2009

Das Interview mit Prinz Philip auf dem royalen Youtube-Channel zeigt nicht nur “… a man at his age still absolutely engaged in stuff“, sondern auch seine ganz privaten Ding-Beziehungen.

So empfindet der Gatte der Königin von England das Produktdesign von Fernsehern als wenig durchdacht, weil man da dank der Knöpfe unten am Gerät und dem Videorekorder, der sogar meistenst noch darunter angeordnet ist, das Umschalten und Programmieren liegenderweise vornehmen muss. Mit einer Taschenlampe zwischen den Zähnen. Nur, um dann doch den 10-jährigen Enkel dazuzurufen und ihn um Hilfe zu bitten …

Auch seine weiteren Ansichten und Ausführungen, sein Plädoyer für den Individualismus und die Wertschätzung von kreativen Designleistungen, sind sehenswert.

via “Vermischtes” auf Welt.de

Diesen Teil

Um herauszufinden, wie ein Fernseher funktioniert, muss man praktisch mit ihm schlafen“ Continue reading »

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Porsche fahren, Porsche gehen.

September 29th, 2009

Braucht die Welt Autofahrer-Schuhe von Porsche, mit Längsrillen am einen und Antirutschmatte am rechten Fuß? Ich meine: nein. Aber ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe dieser überaus kommunikativen Fußbekleidung, die SpOn nicht unkritisch präsentiert:

Und noch eine Neuheit gibt es an der Sohle, nämlich “die offengelegte Gelenkfeder”. Statt wie bisher eine Stahlfeder zwischen Ferse und Vorderfuß einzusetzen, ist in die Porsche-Modelle ein keilförmiges Aluminiumelement sichtbar in die Sohle integriert. Schließlich sollen Passanten auch erkennen, dass es sich um ein ganz abgefahrenes Modell handelt.

Während der Spaziergang also etwas unrund ablaufen dürfte, schreit dieser Schuh fortwährend: “Ich fahre Porsche, laufe Porsche, ich esse Porsche und wohne Porsche.” Wie sympathisch diese Botschaft bei inflationärem, eindeutig unprätentiösem Gebrauch wirkt, möge jeder für sich entscheiden. Tendenziell kommt allerdings wohl mittlerweile Understatement auch im Hochpreissektor besser an.

Auch wenn die Wahl schmückender Gegenstände nicht allein aufgrund einer Statusanzeige im Sinne der landläufigen Bedeutung – die vor allem recht plumpe, stereotype Ausprägungen einer kleinbürgerlichen Übererfüllung, wie z. B. den Angeber-Mercedes oder die dicke goldene „Protz“-Kette meint – erfolgt, so ist doch eine expressive Funktion hier die zentrale.

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Ding und Dinglichkeit.

August 23rd, 2009

Grad – und damit jetzt erst – drüber gestolpert: ein Blog der F.A.Z. über Ding und Dinglichkeit. Dank der Urlaubsnach- und Arbeitsvorbereitung leg ich’s hier erstmal als Notiz ab und schmökere dann später nochmal, zum Beispiel im Artikel über die Gardine.

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