Recycling bin wandelt Müll in die Kunst.

Oktober 25th, 2009

Eigentlich gehört dieser Eintrag ja ins Spam-Sammelsurium von Spam deluxe, vielleicht auch in die Fundsachen der Textguerilla, aber da es hier um wirklich tolle Gadgets geht, eigentlich sogar unglaubliche Gadgets, passt das einfach zu den Habseligkeiten.

Eco Gadgets: Recycling bin wandelt Müll in die Kunst

Hallo-Tech-Papierkorb macht Origami aus Altpapier. Von Qianqian Tao, die das Recycling von Altpapier Papierkorb bestimmt ist, nicht nur ein Weg in den Mülleimer für die weitere Verwertung zu entsorgen, da diese HALLO-Tech-Abfälle recycelt bin auf der own.The System mischt Altpapier mit Polyvinylalkohol Umwelt Zement. Das System verfügt über ein Touchscreen-Interface, das Ihnen Papierbogen mit der magischen Zutaten, die Altpapier zu konvertieren in ein trendiges Papierkorb oder Stuhl-Mix kann.

Wir dürfen uns also offensichtlich auf ein System freuen, dass Altpapier mit Alkohol zu Umweltzementmischt und dabei auch noch per Touchscreen, unter Hinzugabe magischer Zutaten, Altpapier wahlweise in Origami-Schwäne, Mülleimer oder einen gemischten Sitz verwandeln kann. Ich bin sowas von gespannt.

Deshalb hab ich mal geguckt und bei Yanko Design auch Bilder dazu gefunden. Schicke Eimer aus Fehldrucken, warum nicht?

Museale Banalitäten.

Oktober 22nd, 2009

Da hat sich doch noch jemand wissenschaftlich an den kleinen Dingen, die die Welt bedeuten, zu schaffen gemacht:

[...] der entstehende zufall erfragter gegenstände unterschiedlichster personen dient als grundlage für die sammlung. im wesentlichen geht es um das offenlegen der hinter den gegenständen verborgenen konzepte von mensch und gesellschaft. das ziel ist eine visualisierung verborgener zusammenhänge, durch die der betrachtende zur erforschung und bewusstwerdung von eigenen strukturen, wahrheitsdefinitionen und geschichtlichkeit angeregt werden soll.

Laut denic ist es Anke Brodersen, die dort museale Banalitäten und gesammelte Werke inszeniert – jeweils mit ihrer ganz eigenen kleinen Geschichte. Im virtuellen Dinge-Museum kommt die Schlafbrille neben der Konstantin-Wecker-CD, kommt ein alter Zopf neben dem Fußbänkle aus der Biedermeierzeit zu liegen, das in Nachkriegsjahren als Radio”sessel” für den Volksempfänger diente. Die doch noch aus dem Müll gerettete Geldbörse wird als Bruchteil einer Biographie beschrieben, die beim Entrümpeln entdeckte Schachtel mit Milchzähnen enthält sogar “echte” Fragmente einer physischen Existenz und zeugt vom im Erwachsenenalter verlorengegangenen meditativen Zustand des Bastelns. Mit so einem Kapuzenbadetuch wurde ich auch seinerzeit von meiner Mutter nach dem Bad gewärmt und getrocknet …

Kompliment für das Projekt, liebe Frau Brodersen, es wäre schön, wenn es weitergeführt würde. Auch ich verlängere mit diesem Blog ja quasi meine Magisterarbeit über die kommunikativen Funktionen von Gegenständen …

H. R. H. Prince Philip programmiert bei Royals den Videorekorder bäuchlings.

Oktober 11th, 2009

Das Interview mit Prinz Philip auf dem royalen Youtube-Channel zeigt nicht nur “… a man at his age still absolutely engaged in stuff“, sondern auch seine ganz privaten Ding-Beziehungen.

So empfindet der Gatte der Königin von England das Produktdesign von Fernsehern als wenig durchdacht, weil man da dank der Knöpfe unten am Gerät und dem Videorekorder, der sogar meistenst noch darunter angeordnet ist, das Umschalten und Programmieren liegenderweise vornehmen muss. Mit einer Taschenlampe zwischen den Zähnen. Nur, um dann doch den 10-jährigen Enkel dazuzurufen und ihn um Hilfe zu bitten …

Auch seine weiteren Ansichten und Ausführungen, sein Plädoyer für den Individualismus und die Wertschätzung von kreativen Designleistungen, sind sehenswert.

via “Vermischtes” auf Welt.de

Diesen Teil

Um herauszufinden, wie ein Fernseher funktioniert, muss man praktisch mit ihm schlafen“ Continue reading »

Porsche fahren, Porsche gehen.

September 29th, 2009

Braucht die Welt Autofahrer-Schuhe von Porsche, mit Längsrillen am einen und Antirutschmatte am rechten Fuß? Ich meine: nein. Aber ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe dieser überaus kommunikativen Fußbekleidung, die SpOn nicht unkritisch präsentiert:

Und noch eine Neuheit gibt es an der Sohle, nämlich “die offengelegte Gelenkfeder”. Statt wie bisher eine Stahlfeder zwischen Ferse und Vorderfuß einzusetzen, ist in die Porsche-Modelle ein keilförmiges Aluminiumelement sichtbar in die Sohle integriert. Schließlich sollen Passanten auch erkennen, dass es sich um ein ganz abgefahrenes Modell handelt.

Während der Spaziergang also etwas unrund ablaufen dürfte, schreit dieser Schuh fortwährend: “Ich fahre Porsche, laufe Porsche, ich esse Porsche und wohne Porsche.” Wie sympathisch diese Botschaft bei inflationärem, eindeutig unprätentiösem Gebrauch wirkt, möge jeder für sich entscheiden. Tendenziell kommt allerdings wohl mittlerweile Understatement auch im Hochpreissektor besser an.

Auch wenn die Wahl schmückender Gegenstände nicht allein aufgrund einer Statusanzeige im Sinne der landläufigen Bedeutung – die vor allem recht plumpe, stereotype Ausprägungen einer kleinbürgerlichen Übererfüllung, wie z. B. den Angeber-Mercedes oder die dicke goldene „Protz“-Kette meint – erfolgt, so ist doch eine expressive Funktion hier die zentrale.

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Animismus: Lebendige Gegenstände.

September 29th, 2009

“Die Briefmarken kichern. Die Büroklammern näseln. Der Radiergummi macht sich klein. Der Spitzer überlegt sich ein Alibi.”

Zu dieser animistischen Geschichte über das Eigenleben von Dingen, in der Autorin Nessa Altura eine Clique von Büroartikeln perfide Pläne spinnen lässt, passt eine Passage meiner “Forschungsarbeit” zu kommunikativen Funktionen von Gegenständen, ganz hervorragend als theoretische Sekundärliteratur:

Animismus benennt das Phänomen der Zuschreibung der Attribute „lebendig“ und „beseelt“ auf Dinge der unbelebten Welt. So unterscheidet der Früh­mensch zunächst nicht zwischen toten Dingen und lebenden Wesen; alle Entitäten sind ihm zunächst belebte Unwesen, die er erst durch Namensgebung fassbar macht. Was den Urmenschen gleichgültig lässt, das nimmt er gar nicht erst wahr. Eine Informationsschrift der Überseeischen Missionsgesellschaft beschreibt Animismus als „[...] jede Religion [...], die glaubt, dass alle Gegenstände und Lebewesen von Geistern beeinflusst sind und die Geisterwelt im Leben der Menschen und in der Welt aktiv ist. Animismus ist in vielen Stammes- und Naturreligionen vertreten, welche bereits existierten, ehe die großen Weltreligionen [...] Einzug hielten.“ (Überseeische Missionsgesellschaft, 2000)

Mauss berichtet in diesem Zusammenhang vom hau, dem „Geist der Sachen“, an den die Maori glauben. Danach rächt sich dieser, wenn jemand einen Gegenstand, den er geschenkt bekommt, weitergibt und dies mit einem anderen Gegenstand bezahlt bekommt, ohne diese zweite Gabe an den Schenker des ersten Gegenstandes weiterzugeben (vgl. Mauss, 1968, 32f). Die im Maori-Recht durch eine Sache gestiftete Bindung bezeichnet Mauss als „Seelen-Bindung, denn die Sache selbst hat eine Seele, ist Seele.“ (ebd. 35)

[...] Demnach verfolgen Dinge scheinbar „eigene“ Absichten, die ihnen, meist entgegen der menschlichen Intentionen, zugeschrieben werden. Albers verweist auf die „Tücke des Objekts“ als „Heimtücke“ fremd und unheimlich gewordener Gegenstände (vgl. Albers, 2003, 7). Continue reading »

Urlaubsdinge.

September 7th, 2009

REFUSE (SUMMER 09), originally uploaded by das.graphiker.

Dinge galore finden sich in jedem Koffer. Und zumindest ich bin schon neugierig zu sehen, was Leute so alles einpacken. Wobei diese Siebensachen hier ja schon ordentlich gestellt aussehen, die Idee ist prima.

Wobei ich ein bisschen Wechselwäsche ja auch sinnvoll fände und man Limetten doch eigentlich vor Ort kaufen kann, da, wo sich das Schnorcheln lohnt? Vielleicht ist das da links aber auch was ganz anderes.

via found shit via Cool Outfit via Pommeswelt via Texterella

Guthaben.

September 4th, 2009

Gerade bei Welt der Wunder aufgelesen:

habengut

Zwar ähnelt dieser dänische Begriff dem deutschen “Hab und Gut”, gemeint ist jedoch nicht der komplette Besitz, sondern nur das Nötigste, was man bei sich tragen kann.

Ding und Dinglichkeit.

August 23rd, 2009

Grad – und damit jetzt erst – drüber gestolpert: ein Blog der F.A.Z. über Ding und Dinglichkeit. Dank der Urlaubsnach- und Arbeitsvorbereitung leg ich’s hier erstmal als Notiz ab und schmökere dann später nochmal, zum Beispiel im Artikel über die Gardine.

Zu viele Dinge.

Januar 7th, 2009

“Er war einfach ein Sammler. Er kam immer mit einer geballten Ladung Kartons nach Hause und lebte in seiner eigenen Welt.” Das sagte nach Angaben von Spiegel Online ein Anwohner über den Mann, der in seiner Sammlung von Habseligkeiten wahrscheinlich verdurstetet … :-(

Zeige mir deine Sachen und ich sage dir, wer du bist.

August 1st, 2008

Zu dem Thema gibt’s in New York viel zu sehen und auch viel zu fotografieren, so scheint’s. Todd Selby hatte dabei wohl keine Angst, von zu viel Kram erschlagen zu werden oder vor Neid im Erdboden zu versinken, wenn sich die kreativen Seelen von Big Apple gegenseitig übertrumpfen in den Kategorien Wildness, Originality und super viel Space zum Leben, Chillen und Sex haben (garantiert keinen Blümchensex!).

Ich bin ordentlich hin- und hergerissen, ob ich auch in einem groß angelegten Kleinod wohnen möchte oder es vielleicht schon tue – also ich weiß nicht, wie ich das Gesehene finde, aber ich weiß, dass es hier prima reinpasst. Danke, Kai, du alter Stylespion und unbekannterweise auch an Erstentdeckerin Julia.

Ich habe auf jeden Fall schonmal gelernt, dass ein Wust bunter Dinge in einem großen Raum mit Parkett immer recht “decent” aussieht, in einer kleinen Hütte dagegen eher weniger bohemian …

Zemanta Pixie