Museale Banalitäten.

Da hat sich doch noch jemand wissenschaftlich an den kleinen Dingen, die die Welt bedeuten, zu schaffen gemacht:

[…] der entstehende zufall erfragter gegenstände unterschiedlichster personen dient als grundlage für die sammlung. im wesentlichen geht es um das offenlegen der hinter den gegenständen verborgenen konzepte von mensch und gesellschaft. das ziel ist eine visualisierung verborgener zusammenhänge, durch die der betrachtende zur erforschung und bewusstwerdung von eigenen strukturen, wahrheitsdefinitionen und geschichtlichkeit angeregt werden soll.

Laut denic ist es Anke Brodersen, die dort museale Banalitäten und gesammelte Werke inszeniert – jeweils mit ihrer ganz eigenen kleinen Geschichte. Im virtuellen Dinge-Museum kommt die Schlafbrille neben der Konstantin-Wecker-CD, kommt ein alter Zopf neben dem Fußbänkle aus der Biedermeierzeit zu liegen, das in Nachkriegsjahren als Radio“sessel“ für den Volksempfänger diente. Die doch noch aus dem Müll gerettete Geldbörse wird als Bruchteil einer Biographie beschrieben, die beim Entrümpeln entdeckte Schachtel mit Milchzähnen enthält sogar „echte“ Fragmente einer physischen Existenz und zeugt vom im Erwachsenenalter verlorengegangenen meditativen Zustand des Bastelns. Mit so einem Kapuzenbadetuch wurde ich auch seinerzeit von meiner Mutter nach dem Bad gewärmt und getrocknet …

Kompliment für das Projekt, liebe Frau Brodersen, es wäre schön, wenn es weitergeführt würde. Auch ich verlängere mit diesem Blog ja quasi meine Magisterarbeit über die kommunikativen Funktionen von Gegenständen …