Porsche fahren, Porsche gehen.

Braucht die Welt Autofahrer-Schuhe von Porsche, mit Längsrillen am einen und Antirutschmatte am rechten Fuß? Ich meine: nein. Aber ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe dieser überaus kommunikativen Fußbekleidung, die SpOn nicht unkritisch präsentiert:

Und noch eine Neuheit gibt es an der Sohle, nämlich „die offengelegte Gelenkfeder“. Statt wie bisher eine Stahlfeder zwischen Ferse und Vorderfuß einzusetzen, ist in die Porsche-Modelle ein keilförmiges Aluminiumelement sichtbar in die Sohle integriert. Schließlich sollen Passanten auch erkennen, dass es sich um ein ganz abgefahrenes Modell handelt.

Während der Spaziergang also etwas unrund ablaufen dürfte, schreit dieser Schuh fortwährend: „Ich fahre Porsche, laufe Porsche, ich esse Porsche und wohne Porsche.“ Wie sympathisch diese Botschaft bei inflationärem, eindeutig unprätentiösem Gebrauch wirkt, möge jeder für sich entscheiden. Tendenziell kommt allerdings wohl mittlerweile Understatement auch im Hochpreissektor besser an.

Auch wenn die Wahl schmückender Gegenstände nicht allein aufgrund einer Statusanzeige im Sinne der landläufigen Bedeutung – die vor allem recht plumpe, stereotype Ausprägungen einer kleinbürgerlichen Übererfüllung, wie z. B. den Angeber-Mercedes oder die dicke goldene „Protz“-Kette meint – erfolgt, so ist doch eine expressive Funktion hier die zentrale.

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